Projektträger:

Planungsverband Zillertal

Laufzeit:

01.07.2026 - 30.06.2027

Projektkosten:

32.265,82 €

Fördersatz:

80 %

Förderprogramm:

IWB – CLLD

Aktionsfeld:

Investition in Wachstum und Beschäftigung (IBW)

Die Machbarkeitsstudie „ZU(G)kunft Bahn Transport – Güter im Zillertal auf Schiene bringen“ untersucht systematisch die Möglichkeiten, geeignete Güterströme im Zillertal künftig verstärkt auf die bestehende Schmalspurbahn der Zillertalbahn zu verlagern. Ausgangspunkt sind die hohe Verkehrsbelastung im Tal mit rund 19.000 Fahrzeugen täglich am Brettfalltunnel sowie der steigende Bedarf an zuverlässigen und nachhaltigen Logistikkonzepten für Tourismus, Gewerbe, Industrie und kommunale Ver- und Entsorgung.

Ziel der Studie ist es, die technischen, logistischen und wirtschaftlichen Grundlagen für einen späteren schienenbasierten Güterverkehr zu erheben, ohne jedoch selbst bereits in operative Umsetzungen einzugreifen. Dazu analysiert die Studie die bestehende Infrastruktur der Zillertalbahn, insbesondere die Einsatzmöglichkeiten von Rollwagen, Wagenmaterialien und containerbasierten Umschlagtechnologien. Relevante Entwicklungen wie ACTS Container, Mobiler Behälter, Multi Purpose Container und BOXmover Systeme werden hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit im Schmalspurkontext bewertet.

Ein zentrales Element ist die systematische Erhebung und Bewertung möglicher Gütergruppen, die für eine Bahnverladung geeignet sind. Dies erfolgt im Rahmen eines strukturierten, zweistufigen Workshops Prozesses mit regionalen Fachexperten aus Industrie, Gewerbe, Tourismus, Abfallwirtschaft, Bahnlogistik und Verwaltung. Workshop 1 dient der Identifikation und Priorisierung potenzieller Warenarten, während Workshop 2 diese Warenströme konkreten Betriebsstandorten und möglichen Terminalknoten im Tal zuordnet. Die Ergebnisse werden in Form von Güterflussdarstellungen und Szenarien visualisiert.

Parallel dazu untersucht die Studie mögliche Standorte für zwei regionale Verladeknoten – im hinteren Zillertal (Raum Mayrhofen) und im vorderen Zillertal (Raum Fügen). Bewertet werden dabei bestehende Flächen, logistische Erreichbarkeit, infrastrukturelle Voraussetzungen sowie zukünftige Entwicklungsspielräume, etwa hinsichtlich Abfallwirtschaft, Holzlogistik oder Baustellenversorgung. Diese Standortbetrachtung erfolgt ausschließlich analytisch; bauliche Maßnahmen sind ausdrücklich nicht Teil der Studie.

Ein weiteres wesentliches Arbeitspaket ist die Wirtschaftlichkeitsanalyse. Auf Basis von Verkehrsdaten, technischen Parametern und potenziellen Transportvolumina wird untersucht, unter welchen Rahmenbedingungen ein Verlagerungsmodell gegenüber dem straßengebundenen Lkw-Verkehr wirtschaftlich tragfähig sein könnte. Diese Berechnung stützt sich unter anderem auf den Verkehrsbericht Tirol 2024 und berücksichtigt Effekte wie Leerfahrten, Vor- und Nachläufe sowie mögliche Gegenfrachten.

Die Machbarkeitsstudie schließt mit einer strukturierten Gesamtbewertung, die technische Machbarkeit, logistische Realisierbarkeit und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit zusammenführt. Der Abschlussbericht dient als sachliche Grundlage für mögliche spätere Schritte wie vertiefende Planung oder Förderanträge, enthält jedoch selbst keinerlei Planungs- oder Umsetzungstätigkeiten im Sinne eines realen Gütertransports. Damit stellt die Studie einen reinen Entscheidungs- und Orientierungsrahmen für die Region dar.

(Foto: Zillertaler Verkehrsbetriebe)