
Projektträger:
Marktgemeinde JenbachLaufzeit:
01.05.2026 - 28.02.2028Projektkosten:
111.880,00 €Fördersatz:
80 %Förderprogramm:
LEADER – CLLDAktionsfeld:
Wettbewerbsfähigkeit & Steigerung der WertschöpfungZiel des Projektes ist es, das Jenbacher Museum als das zentrale Industriemuseum im unteren Inntal zu positionieren. Zu diesem Zweck wird ein mehrteiliger Entwicklungsprozess gestartet, der in klar abgegrenzten, aufeinander aufbauenden Phasen erfolgt.
Das Projekt bildet die erste Phase und umfasst eine umfassende Bestandsanalyse und Bedarfserhebung des bestehenden Museums sowie die Entwicklung eines museologischen Basiskonzepts. Grundlage dafür sind das bestehende Leitbild und die Museumsvision, die im Hinblick auf ihre zukünftige Tragfähigkeit für ein Industriemuseum überprüft und weiterentwickelt werden.
Bestandsanalyse und Bedarfserhebung: Die Bestandsanalyse erfolgt gemäß den Richtlinien des International Council of Museums (ICOM) und beinhaltet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Sammlungsbestand. Ziel ist die Definition des Sammlungskerns sowie die Festlegung des dauerhaften Charakters der Sammlungen, ihrer Dokumentation und Zugänglichkeit. Darüber hinaus soll eine verantwortungsvolle Aussonderungspolitik entwickelt werden. Aufbauend auf dieser Analyse wird entlang einer künftigen Sammlungsstrategie ein konservatorisches Konzept erstellt.
Als Grundlage für spätere bauliche Planungen zur fachgerechten Lagerung der vielfältigen Bestände werden ein valides Mengengerüst sowie ein konservatorisches Pflichtenheft erarbeitet. Dabei sind ausreichende Flächen sowie Reserven für zukünftigen Sammlungszuwachs vorzusehen.
Betriebskonzept: Im Rahmen des Projekts wird ein strategisches und operatives Betriebskonzept entwickelt, das den nachhaltigen Betrieb des Museums unabhängig von einzelnen handelnden Personen sicherstellt.
Bauforschung und Standortentwicklung: Als Grundlage für zukünftige bauliche Maßnahmen wird das bestehende Museumsgebäude im Zuge einer Bauforschung historisch erschlossen, analysiert und auf seine Potenziale für eine ganzjährige Nutzung überprüft. Der bereits entstandene Begegnungsort im und vor allem vor dem Museum im Reitlingerpark soll in seinem Charakter gestärkt werden. Dazu werden konzeptionelle Grundlagen erarbeitet, die Anforderungen an eine spätere architektonische Planung definieren. In diesem Zusammenhang werden insbesondere eine (teilweise) Überdachung des Vorplatzes sowie ergänzende Nutzungen wie ein Museums- und Begegnungscafé geprüft.
Museologisches Konzept: Die Ergebnisse der Bauforschung fließen in das museologische Konzept ein, mit dem Ziel, dem genius loci und der Geschichte des Ortes stärker gerecht zu werden. Die Anforderungen eines zeitgemäßen Museumsbetriebs werden in einem Raum- und Funktionsprogramm abgebildet. Inhaltlich liegt ein Schwerpunkt auf der Industriegeschichte sowie auf der Einbindung des Themenfeldes der Option der Südtirolerinnen und Südtiroler in den Gesamtkontext der Dauerausstellung. Durch thematische Schwerpunktsetzungen, betriebliche Rahmenbedingungen und die Entwicklung eines Vermittlungskonzepts schafft das museologische Basiskonzept die Grundlage, das Jenbacher Museum als führendes Industriemuseum im mittleren Inntal für Einheimische, Zugewanderte und Tourist:innen zu positionieren.
Wissenschaftliche Begleitforschung und Publikation: Wo erforderlich, wird die Neuausrichtung des Museums durch wissenschaftliche Begleitforschung unterstützt, insbesondere im Bereich der Industrie- und Lokalgeschichte. Ziel ist die Aufbereitung und Zusammenführung bestehender Forschungsergebnisse sowie die Unterstützung der Bauforschung durch die Auswertung relevanter historischer Quellen. Parallel dazu sollen Vorarbeiten für eine aktualisierte und neu konzipierte Ausgabe des Gemeindebuchs der Marktgemeinde Jenbach durchgeführt werden, um Synergien mit der Neukonzipierung des Museums zu nutzen.
(Foto: Museumsverein Jenbach)


